Mental Psychologie

Arbeitsbeispiele

WICHTIGER HINWEIS: Bitte beachten Sie beim Lesen der nachfolgenden Arbeitsbeispiele, dass es sich um eine Dokumentation eines für Sie fremden Menschen handelt. Dies bedeutet, dass Sie den Text mit all seinen Inhalten nicht bis zur Gänze begreifen, nachvollziehen oder gar so erleben können, wie der anonymisierte Klient es für sich selbst – als sein Erstgespräch/seine Identifikatikon/seine Separation – in der Tiefe erfahren hat. Die Arbeitsbeispiele sollen Ihnen einen ersten Eindruck über die Dichte der Inhalte verschaffen. Bedenken Sie bitte, dass ich während der Identifikationen nicht an grammatikalische oder stilistische Regeln der deutschen Rechtschreibung denken kann, da es sich um energetische Informationen außerhalb von Zeit und Raum handelt, die schnell „transportiert“ werden müssen. So kommt es u. U. zu „Satzverschachtelungen“ oder langen Sätzen. Diese werden mit dem Klienten ausführlich geklärt und optimal analysiert. Klärungen von Beziehungen jeder Art können in der Arbeit durch den Ratsuchenden alleine durchgeführt werden, da die Identifikation mit dem Gegenüber des Klienten – beispielsweise Ehemann oder Kind – über die Energiekörper der Person gehen und diese als Informationsquellen außerhalb von Zeit und Raum existieren. Es werden generell nur beziehungs- und klärungsrelevante Informationen über die Seele freigegeben, die für den Ratsuchenden sinnvoll sind.

 

Erstgespräch Juristin, 40 Jahre

Identifikation:

„Ich bin jetzt Frau, Juristin, und es ist so, dass ich, sogleich ich das sage, ein zusammengekauertes Lebensgefühl habe. Das heißt, ich bleibe nicht stehen, sondern ich setze mich sofort hin. Aber eigentlich würde die Körperhaltung so sein, dass ich noch tiefer gehe; und mich zusammenkauere. Und irgendwie symbolisiert dieses Zusammenkauern die Botschaft – und das klingt jetzt sehr hart, was ich sage – ich darf mich nirgendwo blicken lassen.

Irgendwie ist es so, dass ich, dass ich diese Haltung eingenommen habe, weil irgendeine Botschaft existiert: Ich darf mich nirgendwo blicken lassen. Wobei es im Moment unklar ist, ob es ein Prinzip der Frauen ist, innerhalb meiner Familie, dass man sich entweder mit Ihnen nicht blicken lassen darf, oder dass Sie sich nicht blicken lassen dürfen. Wobei dieses „Ich darf mich nicht blicken lassen“ ist weniger eine Sache der Logik, dass ich also Gründe hätte, sondern eine Sache, die ich möchte fast sagen, eine ungeprüfte Botschaft ist, oder ein auf mir liegendes Schicksal ist, dass ich mich nicht blicken lassen darf.

Jedenfalls ist es so, dass ich auch die Meinung habe, immer wieder nach unten zu gehen in diese kauernde Position und dass ich in dieser kauernden Position auch nicht das Leben anblicken kann, bzw. keine offene Lebenshaltung habe, bzw. stark ermüde, bzw. das Leben an mir vorbei geht. Es ist aber so, dadurch dass ich so zusammengekauert bin, habe ich nicht so sehr das Gefühl, dass das Leben an mir vorbei geht, es ist also nicht so, dass ich dadurch ein besonderes Brennen bekomme, oder eine besondere Erregung, aus diesem zusammengekauerten Zustand herauszutreten.

Ja, irgendwie ist es so, dass ich bisher noch nicht das Bewusstsein hatte zu sagen, „ich kann mich nirgendwo blicken lassen“ ist nicht meine Auffassung. Aber ich merke schon, wenn ich das sage, dass ich sozusagen heraustrete aus diesem Kollektivbewusstsein oder aus dieser Botschaft „ich darf mich nirgendwo blicken lassen“ und wenn ich mir erlaube zu sagen, das ist nicht MEINE Meinung, schon sehr in Unsicherheit gerate, ob das, was ich sage, wirklich so stimmt. Und ich merke eine ungeheure Zugkraft innerhalb meines Systems, mich immer wieder dort hin zu bringen, wo ich hingehöre, oder wo ich auch freiwillig hingehe, nämlich in die zusammengekauerte Haltung.

Es ist aber so, dass ich unter großer Unoffenheit innerhalb meiner Familie groß geworden bin. Also entweder, dass man nicht offen war, oder dass man zu wenig mit mir geredet hat, oder dass man eben nicht die Wahrheit gesagt hat, ober aber dass man vermieden hat, Klarheit zu schaffen. Und eigentlich trage ich die Angst einer Frau meiner Familie mit mir – und jetzt werde ich sehr, ja fast schon bisschen böse -, die für Klarheit nicht sorgen konnte. Und ich habe das Gefühl, dass ICH sozusagen als Nachfolgerin, wobei es nicht klar ist, ob es die Mutter ist oder die Großmutter mütterlicherseits, dass ich sozusagen – ich werde jetzt, ich krieg auch, ich werde auch plötzlich total sauer – weil jetzt erlebe ich das geradezu als Unverschämtheit, weil die keine Klarheit an den Tag gelegt haben, keine Meinung hatten, keinen Standpunkt hatten, keine Durchsetzungskraft hatten, keine Ideen hatten und keine Werte hatte, habe ICH entweder mich geschämt … aber ich habe das SO falsch verarbeitet in mir, dass ich angefangen habe, sehr früh zu sagen, „ich darf mich nirgendwo blicken lassen“; ohne dabei zu bemerken, dass ich damit NICHTS erlöse innerhalb meiner Familie und das ICH auf den status quo meiner eigenen inneren Klarheit verzichte. Ja ich habe den Verlust erlitten, Klarheit für mich als Recht zu erachten, als Pflicht zu erachten, als Stabilität zu erachten. Und ich bin sehr traurig, dass es so viel Lebensunklarheit gibt. Ich gehe mal einen Augenblick aus Ihrer Identität.“

„Ich bin jetzt Frau, Juristin. Ich geh nochmal in meine Position und ich bin sehr traurig, dass ich sage, ich gehe nochmal in meine Position, die Position, die Ausgangsposition meines Lebens heißt: „Ich darf mich nicht blicken lassen“. Es ist so, dass ich, ich merke, dass ich meine Wünsche nicht äußern kann. Und ich spüre, dass ich sozusagen seelisch nicht ins Leben geholt wurde. Man könnte auch sagen, seelisch ins Leben geholt werden bedeutet, ich kann meine Wünsche äußern und meine Bedürfnisse.

Und es ist so, dass ich ein sehr eingeschränktes Bewusstsein über meine Bedürfnisse habe und dass das Problem meiner Kontaktschwäche darin liegt, dass ich so wenig Bedürfnisse bewusst habe, auch sozusagen in meiner Ausstrahlung, dass es kaum Menschen gibt, mit ähnlich wenigen Bedürfnissen. Und andererseits ist es so, dass ich sehr bedürftig bin, aber auch diese Bedürftigkeit ist irgendwie nicht berücksichtigt worden. Und am Ende gehe ich leer aus.

Ich bin sehr traurig, weil auf der einen Ebene, auf einer Ebene findet ein Entleerungsprozess statt, wonach ich immer weniger sozusagen, also sagen wir es mal so: Erblühen ist für mich nicht möglich. Aber den Gedanken an Erblühen habe ich sowieso nicht. Ich habe eher den Gedanken über die Runden zu kommen. Aber der Gedanke über die Runden zu kommen wird auch immer wieder in sich runter geschraubt, und es ist so, dass ich mit immer weniger über die Runden komme. Das bedeutet, ich stehe auch nicht in der Präsenz zu sagen, meine Lebenszufriedenheit wäre dann, wenn … .oder das ist der Status meiner Lebenszufriedenheit. Geschweige denn dass ich sage, OK ich krempele jetzt meine Ärmel hoch und sorge dafür, dass ich in Lebenszufriedenheit komme. Ich gehe keine Kompromisse mehr ein, ich werde keine neue Krankheit kreieren, ich werde ab sofort dafür sorgen, dass ich das bekomme, was ich brauche und will.

Und wenn ich das sage, stehe ich schon wieder auf dem Schlauch, weil dann denke ich, ja was brauche ich denn, was will ich denn? Und ich könnte auch sagen, darüber kann ich verzweifeln. Weil am Ende gehe ich leer aus. Und ich weiß, auch wenn ich das jetzt vielleicht nicht so gerne höre, aber wenn ich nicht die Ärmel hochkrempele, wenn ich jetzt nicht mal Tacheles mit mir selber spreche oder meiner Umwelt, gehe ich leer aus. Aber warum soll ich denn Tacheles sprechen? Ich fühle mich schwach, nicht durchsetzungsstark, manchmal sogar ohne Willen und ich hoffe auf ein Wunder.

Ich bin jetzt Frau, Juristin, und ich bin schon auf einer Resignationsschleife, irgendwie habe ich auch Magenprobleme, auch diese Magenproblem hängen mit dieser Resignation und mit den Resignationsgefühlen zusammen. Und es ist so, dass ich … das Problem, was ich habe ist, also es gibt eine ganz große Ankerlosigkeit innerhalb meiner Familie, man könnte auch sagen „Ent-Ankerung“.

Jedenfalls ist es so, dass es so ist, dass ich irgendwie ohne Anker bin. Also ich fühle mich ankerlos und das macht mich halt frustriert und es ist so, dass ich aber … das Verrückte ist, ich habe gar nicht das Bewusstsein, über meine Kompetenz zu sagen, ich entscheide, dass ich meinen Anker finden werde. Irgendwie ist es so, und es klingt jetzt vielleicht auch ein bisschen gemein, dass, also es klingt jetzt wirklich ein bisschen gemein, was ich sage, es ist so, dass ich wohl das Gefühl habe, oder dass ich wohl die Erfahrung habe, oder wohl die Meinung habe, Frauen sind zu doof, um den Anker für sich zu finden. Und es ist so, dass ich mich auch dadurch dummer mache, als ich bin.

Oder sagen wir es mal so, es war scheinbar schon immer so, dass die Frauen nicht in Lebenskompetenz und Lebenspräsenz waren, und dass bisher auch keine Frau sozusagen das Zeug dazu hatte, in Lebenskompetenz und Lebenspräsenz zu treten. Da ich aber sozusagen diese Frustrationsgefühle habe, berührt es mich ja durchaus, dass ich nicht in dieser Verankerung bin in mir selbst, während die andern Frauen das scheinbar gar nicht störte, dass sie keinen Anker haben.

Und das unterscheidet mich schon ziemlich von den anderen Frauen, denn ich habe schon das Gefühl, dass ich nicht ohne Anker sein will. Und ich merke, dass ich darüber sehr viel Energie bekomme, dass ich darüber, dass ich sage, „ich möchte meine Frustrationsgefühle wandeln in Verankerungsgefühle“, denn diese Frustrationsgefühle, die Lebensfrustration ist ein Ausdruck darüber, dass ich ja die Verankerung will, während scheinbar die anderen die Verankerung nicht wollten, weiß ich warum. Und sie tun gerade so, als hätten sie trotzdem irgendetwas auf dem Kasten.

Und ich frage mich, wann hat eigentlich eine Frau was auf dem Kasten? Ich bin über mich und meine Kompetenz wirklich sehr verwirrt, was das Leben betrifft. Ich bin auch eingeschüchtert, aber ich spüre durch diese Frustrationsgefühle, die eigentlich eine Erinnerung an meine Sehnsucht ist, oder sind, dass ich sehr wohl Verankerung will und dass ich mich unfähig fühle, weil ich mir nicht die Entscheidung gebe, ich werde für Verankerung sorgen, weil ich ja glaube, nicht das Zeug dafür zu haben.

Irgendwie ist es auch so, dass scheinbar in der Familie sowas ist wie „einmal dumm, immer dumm“, „einmal das, immer das“ und es sind auch so starke Bewertungssysteme, wo man so gegenseitig sich bewertet, entwertet … da habe ich keine Lust drauf. Ich fühle mich sowieso deplatziert. Wenn ich den Satz sage, „Ich möchte mein eigener Anker sein“, kommt es mir so vor, als würde ich spinnen. Und das ist eben dieser Ausdruck dieser Unklarheit und Dummheit, der immer wieder etwas einredet, was mir nicht zusteht. Aber ich will Klarheit, Verankerung, Erblühen. Ich sage es zwar ganz leise, weil es mir so fremd ist, das zu sagen, geschweige denn daran zu glauben oder es mir zuzutrauen, jemals dort hin zukommen. Ich kann es gar nicht mal genau spüren, dass ich es wirklich begehre, aber ich weiß, dass nur so mein Leben funktionieren kann. Das ist das was ich fühle.“

 

Erstgespräch Arzt, 58 Jahre

Identifikation:

„Ich bin jetzt Mann, Arzt, und es ist so, ich habe das Gefühl, ich könnte jederzeit rückwärts fallen. Und es ist so, dass ich nicht weiß, ob dieses Gefühl ‚Ich könnte jederzeit rückwärts fallen‘, ein Gefühl ist, was mir von außen gegeben wird, oder ein Gefühl ist, was man sozusagen in mich hinein getragen hat. Und es kann auch sein, und das macht mich jetzt sehr traurig, dass ich das Gefühl habe, am Ende einer Sache, besonders zwischenmenschlich, habe ich das Gefühl, dass ich rückwärts fallen könnte.

Und ich habe sehr große, sehr starke, sehr manifeste Kontrollmechanismen, denn wenn ich diese nicht hätte, wäre ich ja schon lange umgefallen. Es ist so, dass ich das Gefühl ‚Ich könnte jederzeit rückwärts fallen‘, nicht bestehen, dem Leben nicht mehr begegnen, oder das Leben meistern, verwechsele gegenüber dem Gefühl ‚Ich müsste mich mal dringend fallen lassen‘. Und ich werde sehr traurig, weil dieses Gefühl zu haben ‚Ich müsste mich dringend fallen lassen‘, bringt mich sozusagen an die Grenze der Möglichkeit, Heilung oder Gesundung zu erfahren.

Denn mein System, mein körperliches, mein geistiges, mein emotionales System, ist, und das klingt jetzt sehr hart, komplett ausgelaugt. Dieses Gefühl, und das macht mich sehr traurig, ausgelaugt zu sein, ist ein Gefühl, dass ich ebenfalls nicht wirklich wahrnehmen möchte. Und auch hier trete ich in einem Unmaß von Kontrolle und Disziplin gegen mich an. Und ich habe nicht bemerkt, dass ich dabei immer mehr dabei bin, das natürliche Leben, das entspannte Leben, das gelassene Leben, das warme Leben, verliere oder verlasse. Und ich komme mir nicht mal vor wie ein ABC Schütze, ich komme mir eher vor, wie ein Kindergarten Kind, weil ich im Moment gar nicht weiß, welche Dimension damit gemeint ist, im Sinne von was ich alles loslassen muss, und was am Ende in meinem Leben, im Sinne einer gesunden Lebensform, integrieren zu müssen. Ich muss ehrlich sagen, dieses Gefühl ‚Loslassen, um integrieren zu können‘, überfordert mich ein Stück. Und gleichzeitig weiß ich, dass es so nicht weiter geht. Und dass ich diesem Druck, dieser Kurzatmigkeit meiner Seele nicht mehr lange Stand halten kann.“

„Ich bin jetzt Mann, Arzt, und ich stehe in meiner, es klingt jetzt sehr komisch, es klingt wirklich sehr komisch was ich sage, ich stehe in meiner ausgehöhlten Identität. Und diese ausgehöhlte Identität, und das macht mich super traurig, ist sozusagen eine, also dieses Gefühl ‚Ich stehe in meiner ausgehöhlten Identität‘ ist ein Klassifizierungs-Implantat meiner Herkunft, meiner Eltern. Denn dieses Ausgehöhlte, diese ausgehöhlte Identität, das heißt, in mir ist nichts, ist sozusagen der Versuch meiner Herkunft, mich unbedeutend zu machen, denn je weniger in mir ist, desto unbedeutender bin ich und wenn gar nichts in mir ist, bin ich sowieso unbedeutend, bedeutungslos, und gleichzeitig ist es aber auch mein Einverständnis, sozusagen in dieser ausgehöhlten Identität zu sein, um es Ihnen einigermaßen recht zu machen, mich zu ertragen.

Sozusagen gibt es dieses Gefühl ‚Es ist schon in Ordnung, wenn Ihr mir dieses Implantat des Ausgehöhlt-Seins gegeben habt‘ und damit habe ich sozusagen nur eine Möglichkeit, nämlich außerhalb meiner Identität, um mich herum, zu wachsen oder zu gedeihen, was aber dazu führt, dass ich sozusagen immer wieder das Gefühl habe, das, was eigentlich innerlich in mir sich vollziehen müsste durch die innere Fülle, die äußere Fülle, oder Überreizung zu veranstalten. Das heißt, alles, was ich im Außen tue, praktiziere, manifestiere ist mehr oder weniger eine Ablenkung, weil dieses Gefühl ‚Am Ende bleibt aus mir heraus, oder von mir selbst nur die ausgehöhlte Identität‘, ist eine Vernichtung, ist keine Verletzung, ist eine Vernichtung. Gut, meine Eltern haben mich jetzt nicht vernichtet, aber Sie haben mich mit dieser Identität doch vernichtet.

Ja eigentlich, im Grunde muss ich sagen, fühle ich mich ja vernichtet, aber dieses Gefühl, dass ich mich vernichtet fühle, hat mich dazu veranlasst, zu produzieren. Und das genau ist diese extreme Polarität, in der ich lebe, dass ich glaube, dass Produzieren, das Produzieren, das Produzieren lenkt mich ab von der ausgehöhlten Identität, von dem Gefühl ‚Eigentlich bin ich eh vernichtet‘, und wenn ich so weiter lebe, ist es auch so, dass es mich vernichtet.

Und ich habe, während ich hier stehe, wieder das Gefühl des Kindergarten Kindes, weil was gehört denn alles in meine Identität rein? Ich meine, wenn ich so ausgehöhlt bin, ich kann Häuser bauen und kann Flugzeuge fliegen, aber was rein muss in mich, das weiß ich nicht. Und das Schlimme ist, meine Eltern wussten es auch nicht. Das Schlimme ist, dass es keiner weiß, was in mich hinein gehört, in mich als letztendlich ausgehöhlte Identität, und wenn ich davon ausgehe, dass es keiner weiß, gibt es auch keine Rettung für mich. Dann produziere ich halt, bis zum Ende. Dann hab ich wenigstens was produziert, bis zum Ende. Wohlwissend, dass ich weiß, dass ich mich nicht gelebt habe. Und ich habe die große Frage in mir, dort die Entscheidung zu treffen: Will ich mich wirklich leben? Ich geh mal aus der Identität.“

„Ich bin jetzt Mann, Arzt, und ich stehe in meiner Identität, ich halte mich an mir selber fest, und ich konnte mich bisher auch nur an mir selber festhalten. Und auf die Idee, dass ich mal einen Rettungsanker habe, bin ich gar nicht gekommen. Und ich habe viele Menschen um mich herum gehabt, oder habe sie, bei denen ich Rettungsanker war oder bin, oder wo ich mich angeboten habe. Und es gibt in mir eine leise Stimme, die einerseits diesen Rettungsanker nicht in Erwägung zieht, weil der nicht wirklich für möglich gehalten wird, und die andere Seite, die das Gefühl hat, ‚Einem Rettungsanker muss man eh nicht dankbar sein‘.

Und ich spüre, dass ich aus dieser Verkrampfung des Rettungsankers für andere heraus kommen muss, und darf, und dass ich mich öffnen möchte, und ich sage sogar öffnen möchte, die Erfahrung zu machen, gerettet zu werden. Und es ist eine sehr besondere Situation in mir, weil das, was in mir jetzt gerettet werden kann, sind meine Gefühle. Und meine Seele sagt, ich möchte, dass meine Gefühle gerettet werden. Ich möchte, dass meine Liebe gerettet wird. Und ich möchte, dass meine Würde, meine Achtung und mein Selbstwert gerettet wird. Ich möchte, dass mein Herz gerettet wird. Und meine Seele schreit, weil sie schon lange wartet, und weil der Kopf es nicht regeln kann, was ich brauche. Und ich sage: Ich bin fähig zu lieben. Und wenn ich weiß, dass ich fähig bin, zu lieben, weil ich gefüllt bin, dann fängt auch ein neues Leben an, ein neues inneres Leben, und dann wird der Hass und der Zorn und die Dunkelheit verschwinden.

Und ich weiß, dass in einem Jahr mein Leben anders ist, weil ich dann weder Rettungsanker bin, noch Rettungsanker brauche, weil ich meine Gefühle selbst gerettet habe. Und viel zu lange habe ich vielleicht geglaubt, dass andere etwas in mir retten könnten, was die Aufgabe meiner Eltern gewesen ist. Aber ich spüre aufkommende Kraft in mir durch die Idee, ich rette mein Herz und meine Gefühle ohne meine Vorfahren und ohne die, für die ich Rettungsanker bin. Ich bin jetzt müde und fühle mich erschöpft. Das ist das, was ich fühle.“